Tipps zum Brennen unter Linux

  1. Programme zum brennen und für andere Aufgaben
  2. Brennen einer Daten-CD
  3. Alcohol 120% CD-Images (*.mdf/*.mds) in Linux brennen
  4. Brennen einer VideoCD
  5. AVI-Datei teilen
  6. Mounten der gängigsten Image-Formate

Programme zum brennen und für andere Aufgaben

Da Linux (unter anderem) auf dem Unix-Prinzip beruht, dass ein Programm auch nur eine Aufgabe erfüllen soll, wird man normalerweise mit einer ganzen Reihe verschiedener Programme konfrontiert wenn man eine CD brennen will.

Man hat Programme die z.B. aus einem Ordner eine Image-Datei erstellen, und wieder andere Programme mit denen man diese Datei dan brennen kann. Hier einige Programme die man im Laufe der Zeit brauchen wird, wenn man in Linux CDs brennen will:

Diese Programme sind bei den meisten Linux-Distributionen dabei. Man sollte sich ggf. die Manpages der Programme anschauen. Diese erreicht man mit man PROGRAMMNAME, z.B. man cdrecord. Dort findet man dann detailierte Informationen zur Benutzung des entsprechenden Programms.

Brennen einer Daten-CD

Um eine Daten-CD zu brennen sollte man erst einmal alle Dateien die man brennen möchte in einen Ordner kopieren. Jetzt kann man mit

mkisofs -r -J -o /tmp/datencd.iso /tmp/datencd/

ein CD-Image mit dem gesamten Inhalt von /tmp/datencd erstellen, das dann mit einem Aufruf von

cdrecord -v dev=0,4,0 speed=4 /tmp/datencd.iso

gebrannt werden kann.

Alcohol 120% CD-Images (*.mdf/*.mds) in Linux brennen

Zum umwandeln von *.mdf-Dateien in *.iso-Dateien gibt es ein Tool namens mdf2iso. Damit konnte ich allerdings noch keine Erfolge erzielen. Aber vielleicht klappts ja bei jemandem.

Was mir allerdings gelungen ist, ist ein *.mdf-Image einer VideoCD zu brennen. Dazu habe ich zuerst mit vcdgear das Image in eine *.mpg-Datei umgewandelt, diese wiederum mit vcdimager in ein *.bin/*.cue-Image. Und das kann man mit cdrdao brennen.

Hier nochmal Schritt für Schritt (geht aber nur bei Images von VideoCDs):

  1. Zuerst wird die *.mdf-Datei in eine *.mpg-Datei umgewandelt:
    vcdgear -raw2mpg videocd.mdf videocd.mpg
  2. Dann die *.mpg-Datei in ein *.bin/*.cue-Image:
    vcdimager -b videocd.bin -c videocd.cue videocd.mpg
  3. Nun kann das erstellte Image gebrannt werden (als root):
    cdrdao write videocd.cue
    (Es kann sein, dass man noch ein Device und/oder den zu benutzenden Treiber angeben muss)

Ich war gerade sehr überrascht als ich feststellte, dass man *.mdf Dateien direkt als ISO-Image mounten kann. Also mit mount -o loop <image.mdf> <path/to/mountpoint/>. Man kann sie laut diesem Thread auch direkt mit K3B als ISO-Image brennen. Das hab ich allerdings noch nicht ausprobiert. Sollte es aber mit K3B gehen müsste es auch mit cdrecord direkt gehen.

Brennen einer VideoCD

Will man ein Video als VCD brennen muss die Datei schon in dem entsprechenden Format vorliegen. D.h. es muss eine eine *.mpg-Datei sein, die noch eine bestimmte Auflösung und Framerate hat. Dann kann man sie mit

vcdimager -c <CUEFILE> -b <BINFILE> <VIDEOFILE>

in ein brennbares Format umwandeln und mit

cdrdao <CUEFILE>

brennen.

Sollte das Video kein passendes Format haben, oder gar als AVI-Datei vorliegen erspart man sich meiner Erfahrung nach eine Menge Stress, wenn man es einfach auf eine Daten-CD brennt. Die meisten DVD-Player unterstützen heutzutage auch das. Will man unbedingt eine VCD oder SVCD muss man das Video zuerst umkodieren. Das macht man am besten mit dem Programm mencoder (gehört zum mplayer). Eine Anleitung dazu findet man auf der MPlayer Website (Ganz unten in dem Artikel sind ein paar Beispiele).

AVI-Datei teilen

AVI-Dateien lassen sich mit dem Programm avisplit aufteilen:

avisplit -i inputfile.avi -o output -s 700

teilt die Datei inputfile.avi in 700 MB große Teile mit den Namen output-0001.avi, output-0001.avi, ...

Zuvor sollte man testen ob die Anzahl der Video-Frames gleich der Anzahl von Audio-Chunks ist, da avisplit sonst nicht richtig arbeitet. Das geht mit dem Programm tcprobe:

$ tcprobe -i inputfile.avi
[tcprobe] RIFF data, AVI video
[avilib] V: 25.000 fps, codec=XVID, frames=190643, width=640, height=480
[avilib] A: 48000 Hz, format=0x55, bits=0, channels=2, bitrate=102 kbps,
[avilib]    317738 chunks, 98149728 bytes, VBR
[tcprobe] summary for inputfile.avi, (*) = not default, 0 = not detected
import frame size: -g 640x480 [720x576] (*)
       frame rate: -f 25.000 [25.000] frc=3 
      audio track: -a 0 [0] -e 48000,0,2 [48000,16,2] -n 0x55 [0x2000] (*)
                   bitrate=102 kbps
           length: 190643 frames, frame_time=40 msec, duration=2:07:05.720

Sind die Anzahlen nicht gleich muss man mittels transcode das Problem beheben:

transcode -i inputfile.avi -P1 -y raw -o inputfile-remuxed.avi

Dieser Aufruf erstellt die Datei inputfile-remuxed.avi. Mit tcprobe kann man das Ergebnis überprüfen. Nun kann man diese Datei mit Hilfe von avisplit aufteilen.

Mounten der gängigsten Image-Formate

Ein weiteres interessantes Tool ist FuseIso, mit dessen Hilfe man die gängigsten CD-Images mounten kann. Unterstützte Formate sind:

Hat man ein Image erst einmal gemountet kommt man wenigsten schonmal an die Daten, die man dann ganz normal wieder brennen kann (dann hat man aber natürlich keine echte Kopie des Images, was insbesondere bei Spielen oder anderen CDs mit Brennschutz problematisch sein kann).


Der Text wurde von Bodo Akdeniz geschrieben und unterliegt den Bestimmungen der GNU Lizenz für freie Dokumente

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