a tiling tabbed window manager designed with keyboard users in mind
Ion3 - Ein Fenstermanager für Tastaturfetischisten
Ion3... kein Startmenü, keine Schnellstartleiste, keine Fensterliste, keine Desktop-Icons, kein Systemmenü - dafür aber sogut wie vollständig über die Tastatur bedienbar, extrem schnell, schlank und platzsparent. Und: vollkommen frei konfigurierbar.
Auf dieser Seite kann man sich die Themes, die ich mir bisher für Ion3 erstellt habe herunterladen.
Was er kann
Ion3 unterscheidet sich in seiner Handhabung gänzlich von den meisten anderen Fenstermanagern, wie Gnome oder Xfce. Zum einen lässt er sich vollständig über die Tastatur bedienen und zum anderen folgt er einem vollkommen anderem Konzept der Fentserverwaltung. Ion3 teilt den Bildschirm in mehrere Bereiche (Frames) ein in denen sich jeweils ein oder mehrere Fenster befinden können. Sind in einem Frame mehrere Fenster, werden sie einzeln in sogenannten Tabs (Registerkarten) untergebracht. So wird der gesamte Bildschirmbereich optimal ausgenutzt und das ganze ist dabei auch noch deutlich übersichtlicher wie wenn der Desktop von sich überlappenden Fenstern überhäuft wird.
Bei manchen Anwendungen (z.B. GIMP ist diese Bildschirmaufteilung in Frames eher lästig weshalb man für einzelne Arbeitsflächen auch einen herkömmlichen Modus nutzen kann.
Ion3 hat eine Schnittstelle zu der Scriptsprache Lua, worüber auch die gesamte Konfiguration abläuft. Diese Möglichkeit des Eingreifens ist zwar nicht ganz einfach, dafür steht damit aber ein sehr mächtiges Werkzeug zur Verfügung, um Ion zu sagen, was es wie machen soll.
Bedienung
Wie gesagt kann man Ion3 praktisch vollständig mit der Tastatur steuern. Hier sind die wichtigsten Tastaturkombinationen.
| [MOD1]-n/p/[TAB] | wechselt zum nächsten oberen/unteren/rechten Frame |
| [MOD1]-k n | wechselt uum nächsten Fenster (bzw. zum nächsten Tab) im aktuellen Frame |
| [MOD1]-c | schließt das aktuelle Fenster (oder den aktuellen Frame, wenn keine Fenster mehr offen sind) |
| [MOD1]-k c | schließt das aktuelle Fenster gewaltsam |
| [MOD1]-x | schließt den aktuellen Frame |
| [MOD1]-<num> | wechselt zu Arbeitsfläche <num> |
| [MOD1]-t | markiert das aktuelle Fenster |
| [MOD1]-a | verknüpft ein Fenster mit dem aktuellen Frame (Auswahl des Fensters über ein Menü) |
| [MOD1]-k a | verknüpft alle markierten Fenster mit dem aktuellen Frame |
| [MOD1]-g | wechselt zu einem anderen anderen Fenster (Menüauswahl) |
| [MOD1]-s | aktuellen Frame vertikal teilen |
| [MOD1]-k s | aktuellen Frame horizontal teilen |
| [MOD1]-k d | löst/verknüpft das aktuelle Fenster von/mit seinem Frame |
| [F1] | Ion3-Hilfe aufrufen |
| [F2] | XTerm starten |
| [F3] | XTerm starten |
| [F3] | Anwendung starten |
| [MOD1]-[F9] | Neue Arbeitsfläche erstellen oder auf vorhandene Arbeitsfläche wechseln |
| [F12] | Ion3 Menü |
| [MOD1]-[F3] | Lua Befehl ausführen |
| [MOD1]-[SPACE] | zeigt/verbirgt einen zentrierten Frame, der auf allen Arbeitsflächen der selbe ist. (schlecht zu erklären... ausprobieren!) |
| [MOD1]-r | versetzt einen Frame in den Resize-Modus; man kann dann mit den Pfeiltasten den Frame vergrößern, mit [Shift]+Pfeiltaste verkleinern und mit [MOD1]+Pfeiltaste verschieben |
Weitere Tastenkombinationen findet man in der Ion3-Hilfe.
Anmerkung: [MOD1] ist normalerweise die
linke [Alt]-Taste. Das findet man mit xmodmap
in der Konsole heraus.
Natürlich lassen sich sämtliche Tastenkombinationen verändern, und neu definieren.
Tipps
Hintergrundbild einstellen
Ion3 ist nur ein Fenstermanager und bietet keine Möglichkeit
ein Hintergrundbild einzustellen. Dazu braucht man ein Programm
wie Esetroot (ein Bestandteil von
Eterm).
Man schreibt einfach in seine ~/.xsession-Datei
folgenden Code:
#!/bin/sh Esetroot /pfad/zum/hintergrundbild.png /usr/bin/ion3
Nach dem nächsten Einloggen sollte der Hintergrund nun da sein,
sofern der verwendete Login-Manager diese Datei auch ausführt.
Bei GDM muss
man als Sitzung "Default" o.ä. angeben, damit er die
~/.xsession-Datei beachtet.
Es gibt noch eine andere Datei die in Frage kommt und zwar
die ~/.initrc. Ich habe bei mir einfach einen
Symlink (ln -s ~/.xsession ~/.xinitrc) erstellt,
eine von beiden Dateien wird dann offenbar geladen ;-)
Frames transparent machen
Das geht in der Datei ~/.ion3/look.lua (zuvor
muss man sich die Konfigurationsdateien von
/etc/X11/ion3/ nach ~/.ion3/ kopieren).
Man schreibt dazu einfach in den Abschnitt frame
zusätzlich transparent_background = true,.
Der Abschnitt sieht dann ungefähr so aus:
de.defstyle("frame", {
based_on = "*",
transparent_background = true,
shadow_pixels = 0,
padding_pixels = 1,
...
})
Anmerkung: Nicht den Auszug von da oben kopieren, sondern einfach die eine Zeile ergänzen.
Von den Frames sieht man im allgemeinen nicht viel, da sie ja durch Fenster belegt sind, aber als Tastaturfreund arbeitet man oft ja auch gerne mit der Konsole, und wenn die dann auch transparent ist sieht man doch was von seinem Hintergrund.
Transparente Konsole: urxvt
urxvt ist eine schlanke, schnelle Konsole, die
"Pseudotransparenz" (sie nimmt den entsprechenden Teil
des Desktophintergrundes und nutzt ihn als eigenes Hintergrundbild)
unterstützt. Einfach installieren und in die Datei
~/.Xdefaults folgendes eintragen.
urxvt*foreground:white urxvt*background:black urxvt*inheritPixmap:true urxvt*reverseVideo:false urxvt*scrollBar:false urxvt*tintType:true urxvt*tintColor:#0000ff urxvt*shading:60 urxvt*fading:50 |
die Schriftfarbe die Hintergrundfarbe (eigendlich uninteressant) das ist die Zeile die für die Transparenz sorgt Farben nicht umkehren die Scrollbalken nicht anzeigen den Hintergrund einfärben mit dieser Farbe und zwar so arg mit dieser Eigenschaft kann die Schrift verdunkelt werden wenn das Fenster nicht aktiv ist |
Dass urxvt von Ion3 auch als Standard-Konsole genutzt
wird muss man sie noch in der Datei ~/.ion3/cfg_ion.lua
angeben:
XTERM="urxvt"
Eigendlich ganz simpel, oder?
Ergänzung: urxvt bietet die Möglichkeit alle
Terminals über einen Prozess laufen zu lassen. Das hat den Vorteil, dass
sie schneller starten und den Nachteil, dass wenn der eine Prozess abstürzt
alle weg sind. Dazu startet man zuerst urxvtd (mit dem Argument
-f läuft der Dämon im Hintergrund) und kann dann die
Terminals über urxvtc starten. Den Dämonen könnte man
auch automatisch über die .xinitrc starten lassen.
Vergleichbare Windowmanager
Weitere Informationen
- Offizielle Ion Website
- Offizielle Lua Website
- Ein Artikel über Ion3 in dem archlinux-Wiki
- The ION3 Window Manager
- Ion3 - A tiling window manager - simple, lightweight, innovative
- Fliesenleger
- Cultured Perl: Fun with the Ion window manager
- Eine Anleitung wie man Ion3 unter Gentoo installiert
- Eine Anleitung wie man Ion3 unter Gentoo installiert (mit aktuellem Ebuild)
(c) 2007, Bodo Akdeniz


