Ion3 - Ein Fenstermanager für Tastaturfetischisten

Synopsis
a tiling tabbed window manager designed with keyboard users in mind
Offizielle Website: http://modeemi.fi/~tuomov/ion/
Download: 642KB (Version 20070318)
Konfigurierbar mit der Scriptspache Lua

Ion3... kein Startmenü, keine Schnellstartleiste, keine Fensterliste, keine Desktop-Icons, kein Systemmenü - dafür aber sogut wie vollständig über die Tastatur bedienbar, extrem schnell, schlank und platzsparent. Und: vollkommen frei konfigurierbar.

Auf dieser Seite kann man sich die Themes, die ich mir bisher für Ion3 erstellt habe herunterladen.

Ein Screenshot von Ion3

Was er kann

Ion3 kann mit Hilfe von Tabs mehrere Fenster in einem Frame verwalten

Ion3 unterscheidet sich in seiner Handhabung gänzlich von den meisten anderen Fenstermanagern, wie Gnome oder Xfce. Zum einen lässt er sich vollständig über die Tastatur bedienen und zum anderen folgt er einem vollkommen anderem Konzept der Fentserverwaltung. Ion3 teilt den Bildschirm in mehrere Bereiche (Frames) ein in denen sich jeweils ein oder mehrere Fenster befinden können. Sind in einem Frame mehrere Fenster, werden sie einzeln in sogenannten Tabs (Registerkarten) untergebracht. So wird der gesamte Bildschirmbereich optimal ausgenutzt und das ganze ist dabei auch noch deutlich übersichtlicher wie wenn der Desktop von sich überlappenden Fenstern überhäuft wird.

Ion3 im herkömmlichen Modus (Floating Workspace)

Bei manchen Anwendungen (z.B. GIMP ist diese Bildschirmaufteilung in Frames eher lästig weshalb man für einzelne Arbeitsflächen auch einen herkömmlichen Modus nutzen kann.

Ion3 hat eine Schnittstelle zu der Scriptsprache Lua, worüber auch die gesamte Konfiguration abläuft. Diese Möglichkeit des Eingreifens ist zwar nicht ganz einfach, dafür steht damit aber ein sehr mächtiges Werkzeug zur Verfügung, um Ion zu sagen, was es wie machen soll.

Bedienung

Wie gesagt kann man Ion3 praktisch vollständig mit der Tastatur steuern. Hier sind die wichtigsten Tastaturkombinationen.

[MOD1]-n/p/[TAB] wechselt zum nächsten oberen/unteren/rechten Frame
[MOD1]-k n wechselt uum nächsten Fenster (bzw. zum nächsten Tab) im aktuellen Frame
[MOD1]-c schließt das aktuelle Fenster (oder den aktuellen Frame, wenn keine Fenster mehr offen sind)
[MOD1]-k c schließt das aktuelle Fenster gewaltsam
[MOD1]-x schließt den aktuellen Frame
[MOD1]-<num> wechselt zu Arbeitsfläche <num>
[MOD1]-t markiert das aktuelle Fenster
[MOD1]-a verknüpft ein Fenster mit dem aktuellen Frame (Auswahl des Fensters über ein Menü)
[MOD1]-k a verknüpft alle markierten Fenster mit dem aktuellen Frame
[MOD1]-g wechselt zu einem anderen anderen Fenster (Menüauswahl)
[MOD1]-s aktuellen Frame vertikal teilen
[MOD1]-k s aktuellen Frame horizontal teilen
[MOD1]-k d löst/verknüpft das aktuelle Fenster von/mit seinem Frame
[F1] Ion3-Hilfe aufrufen
[F2] XTerm starten
[F3] XTerm starten
[F3] Anwendung starten
[MOD1]-[F9] Neue Arbeitsfläche erstellen oder auf vorhandene Arbeitsfläche wechseln
[F12] Ion3 Menü
[MOD1]-[F3] Lua Befehl ausführen
[MOD1]-[SPACE] zeigt/verbirgt einen zentrierten Frame, der auf allen Arbeitsflächen der selbe ist. (schlecht zu erklären... ausprobieren!)
[MOD1]-r versetzt einen Frame in den Resize-Modus; man kann dann mit den Pfeiltasten den Frame vergrößern, mit [Shift]+Pfeiltaste verkleinern und mit [MOD1]+Pfeiltaste verschieben

Weitere Tastenkombinationen findet man in der Ion3-Hilfe.

Anmerkung: [MOD1] ist normalerweise die linke [Alt]-Taste. Das findet man mit xmodmap in der Konsole heraus.

Natürlich lassen sich sämtliche Tastenkombinationen verändern, und neu definieren.

Tipps

Hintergrundbild einstellen

Ion3 ist nur ein Fenstermanager und bietet keine Möglichkeit ein Hintergrundbild einzustellen. Dazu braucht man ein Programm wie Esetroot (ein Bestandteil von Eterm). Man schreibt einfach in seine ~/.xsession-Datei folgenden Code:

#!/bin/sh
Esetroot /pfad/zum/hintergrundbild.png
/usr/bin/ion3

Nach dem nächsten Einloggen sollte der Hintergrund nun da sein, sofern der verwendete Login-Manager diese Datei auch ausführt. Bei GDM muss man als Sitzung "Default" o.ä. angeben, damit er die ~/.xsession-Datei beachtet. Es gibt noch eine andere Datei die in Frage kommt und zwar die ~/.initrc. Ich habe bei mir einfach einen Symlink (ln -s ~/.xsession ~/.xinitrc) erstellt, eine von beiden Dateien wird dann offenbar geladen ;-)

Frames transparent machen

Das geht in der Datei ~/.ion3/look.lua (zuvor muss man sich die Konfigurationsdateien von /etc/X11/ion3/ nach ~/.ion3/ kopieren). Man schreibt dazu einfach in den Abschnitt frame zusätzlich transparent_background = true,. Der Abschnitt sieht dann ungefähr so aus:

de.defstyle("frame", {
	based_on = "*",
	transparent_background = true,
	shadow_pixels = 0,
	padding_pixels = 1,
	...
})

Anmerkung: Nicht den Auszug von da oben kopieren, sondern einfach die eine Zeile ergänzen.

Von den Frames sieht man im allgemeinen nicht viel, da sie ja durch Fenster belegt sind, aber als Tastaturfreund arbeitet man oft ja auch gerne mit der Konsole, und wenn die dann auch transparent ist sieht man doch was von seinem Hintergrund.

Transparente Konsole: urxvt

urxvt ist eine schlanke, schnelle Konsole, die "Pseudotransparenz" (sie nimmt den entsprechenden Teil des Desktophintergrundes und nutzt ihn als eigenes Hintergrundbild) unterstützt. Einfach installieren und in die Datei ~/.Xdefaults folgendes eintragen.

urxvt*foreground:white
urxvt*background:black
urxvt*inheritPixmap:true
urxvt*reverseVideo:false
urxvt*scrollBar:false
urxvt*tintType:true
urxvt*tintColor:#0000ff
urxvt*shading:60
urxvt*fading:50
die Schriftfarbe
die Hintergrundfarbe (eigendlich uninteressant)
das ist die Zeile die für die Transparenz sorgt
Farben nicht umkehren
die Scrollbalken nicht anzeigen
den Hintergrund einfärben
mit dieser Farbe
und zwar so arg
mit dieser Eigenschaft kann die Schrift verdunkelt werden wenn das Fenster nicht aktiv ist

Dass urxvt von Ion3 auch als Standard-Konsole genutzt wird muss man sie noch in der Datei ~/.ion3/cfg_ion.lua angeben:

XTERM="urxvt"

Eigendlich ganz simpel, oder?

Ergänzung: urxvt bietet die Möglichkeit alle Terminals über einen Prozess laufen zu lassen. Das hat den Vorteil, dass sie schneller starten und den Nachteil, dass wenn der eine Prozess abstürzt alle weg sind. Dazu startet man zuerst urxvtd (mit dem Argument -f läuft der Dämon im Hintergrund) und kann dann die Terminals über urxvtc starten. Den Dämonen könnte man auch automatisch über die .xinitrc starten lassen.

Vergleichbare Windowmanager

Weitere Informationen

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