Warum man keinen IE benutzen sollte

Wenig Komfort

Browsen mit dem Internet Explorer ist nicht annähernd so komfortabel wie z.B. mit Firefox oder Opera. Er unterstützt weder Mausgesten, noch Tabbed Browsing, was heutzutage beim Nutzen des WWW eigendlich nicht mehr wegzudenken ist.

Mausgesten

Mausgesten ermöglichen ein effizientes Arbeiten durch (fast) kompletten Verzicht auf die Tastatur. Man kann Links in neuen Fenstern öffnen, Fenster schließen, die "Back"- und "Forward"- Buttons des Browsers verwenden ohne seine Maus in die obere, linke Ecke des Bildschirms bewegen, oder gar die Tastatur benutzen zu müssen. Stattdessen macht man bestimmte Bewegungen mit der Maus und hält dabei (meist) die rechte Maustaste gedrückt. So kann man z.B. durch das gedrückt halten der rechten Maustaste und das nach unten Bewegen der Maus, ein neues Fenster öffnen (je nach Einstellungen).

Der Opera Webbrowser hat Mausgetsen im Jahr 2000 mit seiner 5ten Version eingeführt. Seit dem wurden für viele andere Browser Plug-Ins Entwickelt, um dieses Feature verfügbar zu machen.

Tabbed Browsing

Tabbed Browsing

Wenn ein Webbrowser Tabbed Browsing unterstützt können Fenster nicht nur als komplett eigenständige Fenster geöffnet werden, sondern auch als Unterfenster, zwischen denen man dann über sogenannte "Reiter", "Tabs" oder "Registerkarten" Navigieren kann. Tabbed Browsing wird eigendlich von allen aktuellen Webbrowsern (Opera, Firefox, Mozilla, Konqueror, Safari, ...) standardmäßig genutzt - bis auf den Internet Explorer.

Tabbed Browsing hat sich bei den Internetnutzern schon so sehr durchgesetzt, dass es sogar bei aktuellen Web-Standards Beachtung findet. In der Version 3 des CSS-Standard, mit dem das Layout aktueller Webseiten gestaltet wird, ist eine Möglichket vorgesehen, Links in neuen "Tabs" zu öffnen (siehe CSS3 Spezifikationen).

Download-Manager

Download Manager

Der Internet Explorer ist einer der wenigen Browser die keinen richtigen Downloadmanager mitliefern. Mir ist außer dem Internet Explorers kein Browser bekannt, der Downloads nicht schon beginnt, wärend man den Zielort wählt. Diese Methode bringt (vor allem bei kleineren Dateien) eine große Zeitersparnis, da die Dateien oft sofort, nachdem man einen Speicherort gewählt hat, lokal verfügbar sind.

Außerdem kann der Internet Explorer keine abgebrochenen Downloads wieder aufnehmen, was bei größeren Dateien sehr störend sein kann. Z.B. wenn kurz vor Schluss der PC abstürzt o.ä. und man den Download von vorne beginnen muss. Die Downloadprogramme anderer Browser können Downloads an der Stelle fortführen wo sie abgebrochen wurden (so z.B. Opera).

Auch bietet das Downloadprogramm des Internet Explorers keine übersichtliche Darstellung aller aktuellen, und abgeschlossenen Downloads, sondern öffnet für jeden Download ein neues Fenster.

Keine Plattformunabängigkeit

Das heißt, dass der Internet Explorer (fast) ausschließlich auf Microsoft Windows Systemen läuft. Verwendet jemand Linux, BSD, Solaris, etc. als Betriebssystem kann er den Internet Explorer nicht benutzen. Zwar gab es früher Portierungen für MacOS und einige Unix Betriebssysteme, aber diese wurden eingestellt. Aktuelle Versionen des Internet Explorer laufen nicht einmal auf älteren Windows Versionen. So versucht Microsoft seine Kunden zu zwingen eine Lizenz für ein aktuelles Windows Betriebssystem zu erwerben. Alternative Browser dagegen laufen unter vielen verschiedenen Betriebsystemen (verschiedene Windowsversionen, Linux, BSD, MacOS, ...)

Unsicher

Der Internet Explorer ist der am häufigsten genutzte Browser - und er hat auch die meisten Sicherheitslücken. Die meisten Viren/Würmer nutzen irgendwelche Schwachstellen des Internet Explorer aus, und Microsoft hält es oft nicht einmal nötig die Fehler zu beheben. Einige Sekunden Internet mit dem Internet Explorer und man hat gleich viel Spass mit Viren. Die kann man natürlich tolerieren, man muss sie aber eigendlich auch gar nicht erst "reinlassen". Eine unvollständige Liste mit Sicherheitslücken, des Internet Explorers, gibt es hier und wenn man auf Heise Security nach "Internet Explorer" sucht.

Stellt Webseiten nicht korrekt dar

Webseiten werden gewöhnlich mit (X)HTML beschrieben. Das Layout macht man heutzutage mit CSS. Beides sind Standards die vom World Wide Web Consortium, kurz W3C, definiert werden.

Der Internet Explorer hat nicht einmal diese beiden (wichtigsten) Standards korrekt implementiert, weshalb von ihm viele Seiten nicht korrekt dargestellt werden. Statt offene und anerkannte Standards korrekt zu implementieren definiert Microsoft neue, nicht im Standard enthaltene Tags (so nennen sich die Elemente mit denen eine Website beschrieben wird) und CSS-Eigenschaften um z.B. Spielereien wie blinkenden oder leuchtenden Text zu ermöglichen. Werden diese Elemente von Webdesignern verwendet werden sie nur mit einem Internet Explorer angezeigt. Genau diese Entwicklung versucht das W3C durch offene Standards zu verhindern. Mit Hilfe der Standards soll ein fairer Wettbewerb, und gleiches Layout in jedem Browser ermöglicht werden. Dieses Vorhaben untergräbt Microsoft mit der Änderung dieser Standards und absichtlicher Erzeugung von Inkompatibilitäten. Dank dieses Geschäftsprinzips kann der Internet Explorer mit einigen (X)HTML-Tags und vielen CSS-Eigenschaften nichts anfangen und stellt Webseiten aufgrund dessen oft komplett anders bis absolut chaotisch dar - schlicht und ergreifend falsch. Ein gutes Beispiel ist die Seite des Chaos Communication Congress des letzten Jahres (2004), auf der das Menü nicht richtig, und das seitenspezifische Menü (kleiner Kasten links oben, der eigendlich "aufklappen" sollte, wenn man mit der Maus darüber fährt) gar nicht funktioniert.

Alternativen

Alternativen zum Internet Explorer gibt es viele - meistens gratis. An dieser Stelle will ich nur zwei Browser vorstellen, die ich selbst nutze/genutzt habe: Opera und Firefox.

Opera

Opera ist ein sehr schneller Browser, der gleich ein gutes eMail-Programm mitbringt. Er unterstützt Tabbed Browsing (siehe oben) und man kann Webseiten auf zwei Arten anzeigen lassen: Im Autorenmodus wird die Website so angezeigt wie der Webmaster es in seinem Stylesheet definiert. Im Benutzermodus wird die Website mit einem lokalen Stylesheet angezeigt, was eine einheitlichere Darstellung aller Webseiten ermöglicht. Außerdem ist Opera der Browser, der im Jahr 2000 als erstes Mausgesten (siehe oben) benutzte und immer noch nutzt.

Opera ist zwar eigendlich ein kommerzieller Browser, aber es gibt eine Downloadversion, in der allerdings ein Werbebanner eingeblendet wird. Bei den genialen Features die der Browser ansonsten bietet kann man meiner Meinung nach aber darüber hinwegsehen.

Opera ist auf folgenden Betriebssystemen nutzbar:

Hier gehts zur Downloadseite und zur Offiziellen Website von Opera.

Firefox

Firefox ist ein sehr schneller und schlanker Webbrowser. Er unterstützt Tabbed Browsing, und hat eine sehr komfortable Erweiterungsmöglichkeit über PlugIns. Man muss nur den Link zu einem PlugIn anklicken, bestätigen und schon wird es voll automatisch installiert. Durch solche PlugIns hat man dann die Möglichkeit Mausgesten zu nutzen, das Tabbed Browsing zu erweitern, tiefgehendere Einstellungen komfortabler vorzunehmen, etc., etc. PlugIns gibt es praktisch für alles.

Außerdem ist der Firefox Webbrowser Open Source Software. Das heisst, dass sich jeder den Quelltext herunterladen, ihn verändern und weiterverteilen kann. So werden Bugs und Sicherheitslücken (sofern vorhanden) sehr schnell gefunden und gestopft. Es hat auch zur Folge, dass er unentgeldlich zu haben ist - ohne Werbung.

Die Deutsche Version von Firefox kann hier für Windows, Linux und MacOS heruntergeladen werden.

Copyright

Dieser Text wurde von Bodo Akdeniz verfasst. Er unterliegt den Bestimmungen der GNU Lizenz für freie Dokumente. Kritik bitte an cypher_ab@gmx.de.


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